Neuer Film von Oliver Stone
über Alexander den Grossen.
Der Film hat nun wirklich überall schlechte Kritiken bekommen, ich aber finde den geil ![]()
Es muss niemand erwarten, da einen dummen Akschen-Film ala Herr der Ringe-Abklatsch präsentiert zu bekommen. Es kommen in fast 3 Stunden 2 kurze Kampfszenen vor, die dann aber grandios umgesetzt werden. DEr Rest besteht aus Gequatsche und Homo-Flirts. Oliver Stone fand das anscheinend sehr interessant, dass Alexander der Grosse vielleicht tatsächlich schwul war. 3 Stunden wird da zwischen den hübschen, stark geschminkten Herren durchgeflirtet, und abgesehen von Mutti haben andere Frauen da nur Nebenrollen. Man traut sich aber nicht, Nägel mit Köpfen zu machen, und hier Alexander mal beim beulen von Hephaisteon, seinem Lieblingsflirt, zu zeigen. Ne, da geht's nur mit den Augen, und so, und geknuddelt werden darf auch mal.
Ansonsten ist der Film der Versuch einer Psychoanalyse Alexanders. Es wird nur gequatscht, und der Sinn drängt sich nicht gerade auf, sondern erfordert schon gehobenes interesse an der Thematik, und viel, viel Wohlwollen. Alexander wird hier als liebenswürdiger Trottel dargestellt, als unreifer, überamitionierter Eroberer, dessen Karriere sich mehr und mehr in eine Tragödie wandelt. Sämtliche andere historische Fakten fallen ein bisschen unter'n Teppich. Hier soll nur ein Psychogram erzeugt werden, und es ist schon schwerfällig. Denn das Gequatsche ist definitiv ermüdend, und dem Wichtigsten hat man nicht unbedingt mehr sorgfalt geschenkt, als dem Geplänkel. Der Film wirkt wie einer dieser Typen, die einfach nicht aufhören können, zu quatschen. Ich hab mir die letzte halbe Stunde auch nur noch gewünscht, dass das ganze endlich zum Schluss gebracht wird. Aber irgendwie isses doch faszinierend. Vor allem die visuelle Umsetzung, die Darstellung des antiken Babylons - traumhaft! Die wenigen Kampfszenen - grandios, dagegen ist alles in Gladiator, Troja und vor allem King Arschhur aufwärmtraining. Etwas mehr Gemetzel zwischen den endlosdialogen hätte den Film wohl einfacher und beeindruckender gestaltet und sowas, wie "Denkpausen" geliefert. Ganz nebenbei waren die Gemetzel ja ein nicht unerheblicher Teil seines Lebens ![]()
Ansonsten gibt's wenige Boah-Effekte, keine echten Helden und keine grosse Liebe. Eben nur ein unreifer Trottel, der ganz gross in die Geschichtsbücher eingehen will, bissie schwul is und am Ende etwas zu schnell und plötzlich verrückt wird und abnippelt. Der Erzählstil ist hier das Manko. Aber ansonsten... joooh
'ne Art aufgrund von Homophobie unfertig dargestellte Homo-Soap aus der Antike. Warum finde ich den Film eigentlich trotzdem gut?
Ich finde diese "interpretation" trotzdem interessant, und, wie gesagt, visuell ist das ganze grandios umgesetzt, und wo sonst hat man mal die Gelegenheit, das alte Babylon zu besichtigen?
Na ja... ![]()