Wann wird eine Demokratie zum Regime

  • aufgepasst, die überschrift soll nur provozieren ;)


    ich möchte hier die kommenden wahlen in amerika ansprechen. der begriff "regime" geht mir zu weit, ebenso jedoch der der demokratie. jedem dürfte bekannt sein, wie die wahlen in amerika ablaufen. jeder staat bekommt eine bestimmte anzahl an wahlmännern zugeteilt, je nach ausmaß der bevölkerung. in jedem staat wählen die bürger ihren favoriten für das amt des präsidenten. der kandidat mit den meisten stimmen bekommt nun alle wahlmänner des jeweiligen staates zugeteilt, auch wenn er nur eine stimme mehr hat als sein konkurrent. am ende werden alle wahlmänner gezählt und derjenige mit den meisten wahlmännern bekommt ist präsident.


    so kann es auch mal vorkommen, dass al gore nicht präsident wird, auch wenn er 600000 mehr stimmen hatte als george bush, weil bush den wichtigen staat florida um wenige hundert stimmen für sich behaupten konnte.


    merkwürdig ist auch, dass die wahlen in 2000 schlichtweg manipuliert wurden (wer möchte, schreibt die ganzen details nochmal hin, ich bin zu faul): traditionelle wähler der demokraten wurden diskriminiert. hinzu kommt, dass bis heute nicht klar ist, ob bush wirklich mehr stimmen hatte in florida, da das zählen der stimmen immer wieder verschiedene ergebnisse, mal im vorteil von gore, mal im vorteil von bush, mit sich brachte, bis das surpreme court (nicht demokratisch gewählt und alles andere als neutral) letztendlich den sieg bush' für gültig erklärte.



    seitdem sagen viele gegner von bush: so nicht wieder. aber so scheint es jetzt doch wieder zu kommen. erneut sind viele republikaner doppelt registriert, funktionieren wahlutomaten nicht oder sind sie verwirrend. us- bürgern im ausland, überwiegend linke, wird formal die möglichkeit geboten, zu wählen. in der praxis ist dies jedoch nicht möglich: formulare kommen nicht an und websites funktionieren nicht. anders sieht es aus bei soldaten, die im ausland stationiert sind (traditionell eher republikanisch): es wird massiv druck ausgeübt, diese wählen zu lassen. es werden sogar offiziere eingestellt, um den gang zur urne zu ermöglichen für diejenigen, die pro- bush sind.



    alles in einem gibt's für mich nur ein urteil: amerika ist keine vollwertige demokratie. es ist zu schwierig, bush abzuwählen, wenn nicht unmöglich. davon mal ganz abgesehen: was haltet ihr vom amerikanischen zwei- parteien-(wenn überhaupt) staat ?


    ich bin gespannt auf eure antworten! :greetings:

  • ich denk nicht das man die ""Demokratie"" in Amerika mit der in deutschland oder in Österreich vergleichen kann.
    ich find die Politik in amerika sowieso nicht besonders vernünftig !!!!
    Das amerikanische Volk ist aber auch leicht beeinflussbar da muss nur so einer vom vietnamm erzählen kaum ist er der neue sympathieträger !!
    meiner Meinung nach wird Bush es wieder schaffen ob legal oder mit MAnipulation !!
    Der Präsident hat im prinzip doch eigentlich di komplette Vollmacht über alle Gewalten oder ??? von daher nich wirklich ne demokratie


    hier gibts ein paar Erklärungen

  • zum regime....hmm... sobald eine partei/gruppe/typ die gewalt über alle 3 staatsfunktionen hat. Sprich Judikative, Legislative und Exekutive und zudem noch die freie Meinung untersagt! So wie halt in Frankreich unter den Ludwigs I - XVI

  • Was mich extrem wundert ist, dass die Republikaner in Florida sich sperren an die Wahlautomaten Drucker anzuschließen, womit bei unstimmigkeiten ein überprüfen des ergebnisses möglich wäre. Zumal den unabhängigen Organisationen, die versuchen die Wahl zu überprüfen, ständig steine in den Weg gelegt werden. Ich denke das wird mal wieder eine ziemlich spektakuläre Wahl. Ich freu mich schon :D

  • @topic: Ein Staat, zumal ein freiheitlich-demokratischer Verfassungsstatt muss sich am Humanismus-Gedanken, an den Grundrechten, die in der Verfassung stehen (Freiheit, Menschenrechte etc.) messen lassen. Sind diese Rechte zu arg eingeschränkt, oder ist das sogar (politisch, gesellschaftlich, religiös motiviert) gewollt, dann ist es kein freihetlicher Staat mehr, der Staat greift dann nämlich in die Freiheit und die Grundrechte der BürgerInnen ein - so hierzulande mit dem kiffen ! :D

  • Jeder Präsident darf nur zwei Legislaturperioden regieren. Das sollte man hier auch so machen.
    Und die "anderen" (da ist ja nur noch eine weitere Partei) bescheissen auch :D


    Der US-Präsident hat mehr vollmachten als ein "Bundeskanzler", jedoch liegt bei ihm nur die "Exekutive", während die "Legislative" dem Kongress obliegt, der vom Präsidenten unabhängig ist. Somit muss sich vor jeder Entscheidung der Kongress mit dem Präsidenten einig sein. Er kann auch ohne Zustimmung des Kongress keinen Krieg erklären, obwohl der Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Ohne die Zustimmung des Kongress kann der US-Chef also auch nicht zaubern. Der Kongress besteht aus den Senatoren der einzelnen Staaten, und zusätzlich gewählten vertretern dieser Bundestaaten. In dieses "Repräsentantenhaus" kann dann jeder Bundestaat aber nur eine unterschiedliche Zahl an Vertreten wählen.


    Die Demokratie in den USA ist eine der beständisten der Welt, und in den USA gibt es, wie in Europa, keine Demokratiefeindlichen Parteien, die immer mal wieder, wenn die Sozialhilfe gekürzt wird, irgendwo mitregieren dürfen. Die Amis sind urdemokratisch und ein anderes System kommt für sie nicht in Frage, weil es zu ihrer nationalen Identität gehört. Es ist allein deswegen schon nicht möglich, dort eine Scheindemokratie aufzubauen. Im Moment gibt es viele Bushgegner, die ein bisschen Propaganda machen, aber dass da mal irgendwann so'n kleiner Adolf Stalin an die Macht kommt, ist ungefähr so realistisch, wie dass Deutschland zum islamischen Gottesstaat wird.



    Edit: bevor man das politische System der USA kritisiert, sollte man daran denken, dass es sich bewährt hat, und älter ist, als die Demokratien in Deutschland und Österreich. So schlecht kann's nicht sein.

  • Meine Meinung:


    Es kommt so oder so nicht draufann wen man wählt, glaubt ihr wirklich der Präsident regiert die USA? Neeeeeeeeee der Präsident is nur eine Puppe von viel komplizierterem was sich Otto normalverbraucher gaar nich vorstellen kann.


    (Ne ich habe nich zu viel TV geguckt, ich bin nur realist ;))

  • na ja, ich denke schon, dass das system dort dringend reformiert werden muss. wenn man heute schon wieder hoert, dass bush zum tausendsten mal gelogen hat, indem er kurz vorm wahlkampf eine terrorgefahr getaeuscht, voellig frei erfunden hat, und die leute kaum reagieren... die leute wollen zwar ausschliesslich demokratisch sein, aber sie waehlen (vielleicht ein drittel der bevoelkerung) und kuemmern sich sonst ueberhaupt nicht um ihre demokratie. natuerlich gibt es viele freiwilliger vorm wahlkampf, aber davon jetzt mal abgesehen: stellt euch vor schroeder sagt, dass bin laden sich wieder was ausgedacht hat, um sich als den retter der nation darzustellen, was sich dann spaeter als luege herausstellt. der bleibt dann doch kein kanzler mehr. amerikaner kuemmern sich da nicht drum. anderes beispiel: rumsfeld, der es nicht verbietet, in irakischen gefaengnissen zu foltert, und laut manchen dokumenten sogar dazu auffordert, um gestaendnisse zu foerdern... unser verteidigungsminister waere weg vom fenster. er braucht sich nur kurz vorm kongress zu stellen, wo alle einmal pfui sagen und weiter gehts mit dem schaenden von menschenrechten. ich weiss nicht, ob man da sprechen kann von einer demokratie sprechen kann, die sich bewaehrt. nicht jede demokratie, die keinen weltkrieg mit sich bringt, ist eine, die sich bewaehrt. zusaetzlich werden wahlen manipuliert, egal, wer denn nun der initiativnehmer ist. und zu dem beispiel mit der kuerzung der sozialhilfe: ich wuerde deswegen keine protestpartei waehlen, aber wenns ein teil der waehler moechte, gerne. das ist eben demokratie, im gegensatz zu ein staat, in dem immer nur eine von zwei parteien an die macht kommt, was auf dauer zum verlust der volksnaehe fuehrt, weil man ja eh gewaehlt wird, egal, was man macht (das macht das beispiel ganz am anfang deutlich).

  • Es gab schon schlimmeres, ich sag nur Dollfuß ;)


    Aber es is ja so, dass in Amerika das ganze eh irgendwie schief läuft, da muss mal ein Volksaufstand her, aber dazu sind se viel zu patriotisch...

  • Letztendlich ist es sowieso egal, ob man Demokraten oder Republikaner wählt, da beide Marionetten der Wirtschaft sind. Gelogen wird auf beiden Seiten. Ich habe letztens noch einen Bericht gesehen, da wurde gezeigt, dass Kerry mehr Mist erzählt als Bush. Die USA werden sich so schnell nicht ändern, da müssen wir durch.


    PS: Ne alternative wäre vielleicht Nader. Der hat aber keine Chance in dem 2 Parteiensystem.

  • das schlimme ist ja, dass die ganzen politiker unglaublich vorbelastet sind. das ist auch meiner meinung nach in jedem land so, mir fällt jetzt keines ein wo es nicht der fall ist. die denken zum großteil alle an sich selbst und denen geht das volk am arsch vorbei. so wird sich auch beim machtwechsel in den USA nichts großartig verändern. sollte kerry gewählt werden, wird er wohl kaum alles umkrempeln. okay vielleicht offiziell schon, aber die sachen die hinter geschlossener tür stattfinden werden so weiterlaufen. und warum?? zu 90% des geldes wegen! das heißt für die amerikanische bevölkerung, sie werden weiterhin verarscht...


    auch wegen der sache im irak: wenn kerry gewählt wird, glaube ich kaum, dass er auf der stelle alle streitkräfte abzieht und sich bei der irakischen bevölkerung für dieses dumme mißverständnis (bei dem grob gesagt 30 000 Menschen gestorben sind) entschuldigt.


    das wäre genauso, wie wenn in deutschland bei der nächsten wahl die cdu an die macht kommen würde. da würde sich rein gar nichts ändern. zwar zerreißen sie sich jetzt das maul über SPD und schröder aber im endeffekt würde alles genauso weiterlaufen. und was kommt dann als begründung? "Wir müssen als Gemeinschaft erst einmal zusammenhalten und alles das aufbauen, was die SPD zuvor zerstört hat! Dazu müssen wir nun auch mal in den sauren Apfel beißen und mehr arbeiten, weniger geld verdienen und weniger urlaub haben."


    das beste, bzw. ein neuer anfang wäre meiner meinung nach wenn die ganzen politiker anfangen würden die wahrheit zu sagen. ex-kanzler schmidt hat es ja vor 1-2 monaten in einem interview auch gesagt. dann wären wir schonmal einen großen schritt weiter. natürlich gibt es auch schlechte nachrichten und mal nicht so schöne zeiten, aber wenn die politiker anfangen würden das ihrem volk mitzuteilen, würde das vertrauen gleich um 30% steigen. aber nein sie reden alles schön, hauen sich gegenseitig in die pfanne und wir als bürger müssen drunter leiden. die haben ihr monatliches gehalt von 50.000€ und ihren benz vor der tür stehen also isses ja fuckin egal wenn es ihrem volk beschissen geht. momentan geht es uns in westeuropa zwar noch sehr gut (das kann niemand abstreiten) aber wenn das ganze schauspiel noch 10-15 Jahre so weitergeht, wären wir wahrscheinlich alle froh wenn wir tot wären anstatt auf diesem scheiss planeten zu leben!


    Prost !

  • Demokratie in amerika, beständig zwar, aber in sich doch so drastisch verändert, dass man von den glorreichen zeiten der ersten und ältesten demokratie nicht mehr reden kann.
    keine westlich-demokratische regierung ist so von der wirtschaft korrumpiert wie die der usa.
    ein parteiensystem das neuen parteien keine chance lässt;
    man wählt nur noch das kleinere übel, hat aber kaum eine chance wirklich für sich zu entscheiden
    es wird versucht, randgruppen ihre wählerstimmen zu verwehren, indem es zb menschen, die ähnliche nachnamen haben wie verurteilte "kriminelle", nicht gestattet ist zu wählen (die meisten verurteilten "kriminellen"? farbige?).
    solche gesetze werden auch vom senat beglaubigt.
    die einfachsten grundrechte werden missachtet (auch wird die pressefreiheit indirekt beeinflusst).
    imo ist amerika nur noch eine parodie auf eine demokratie

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    I was over in Australia, and everyone's like: "Are you proud to be an American?" And I was like, "Um, I don't know, I didn't have a lot to do with it. You know, my parents fucked there, that's about all."

    Bill Hicks - Rant in E-Minor

  • Andererseits kann man in amerika trotzdem nicht von Diktatur sprechen, da man ja frei wählen kann. Außerdem geh ich davon aus, dass sich die USA auch wenn ihr Präsident noch so viel Mist redet sich nie gegen den Rest der Welt durchsetzen könnten, in jeder Hinsicht. Sie sind aber einfach DIE VEREINIGTEN STAATEN, also DIE Usa, das macht sie für uns so wichtig. Meiner MEinung nach ist Bush ein Arschloch, Kerry auch kein kleineres aber machen kann man nichts

  • Ich wollte dir auch deine Lebensfreude nicht nehmen. Ich möchte ja, dass du weiterhin Webmaster dieser Seite bleibst, Herr Seb :D


    P.S.: kopier ich es eben nochmal in den Polit-Thread *puh* :rofl:

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