Paradise Lost (Doom/Gothic Metal/Dark Rock)

  • ja, nee - is klar ! :rolleyes:


    immer schön fleissig die pillen schlucken, so wie es dir dein arzt erklärt hat :D



    p.s. - is' übrigens echt witzig mit dir. vielleicht solltest du alleinunterhalter werden. in hilden hast du schon eine echte "fangemeinde" :rofl:

  • @Fakir


    Ja, und zieh du mal unter dem Starkstrommast weg. Ich weiss, die Wohnung ist billig, und die abstehenden Haare kriegt man durch Haarfestiger wieder hin, aber du leuchtest ja schon im Dunkeln, und das kann ja nicht gesund sein.


    Und ein fettes "Peace y´all" nach masafaking Hilden. Yo, check it up y´all, Hilden Destruction Crew, seid ihr mit mir? O-oho, O-oho, o-oho, yo, yo, aha aha, yo yo *scratch*
    Alles klar? ?(


    @Scary


    Ach komm: der muss jetzt noch ein bisschen Dampf ablassen, und irgendwann ist dann Gras drüber gewachsen. :D


    Mal was anderes, Scary Guy: hast du schon Icon von PL gehört? MUSST (!) du mal machen. :bangyourhead: :bangyourhead: :bangyourhead: :D

  • Hey, lass mir mal n par Jahre Zeit, ich bin grad bei den Must-Haves, die werden jetzt chronologisch gekauft plus das Zeug, was mir momentan gefällt, also die kommenden Alben :skeptisch: Das heisst: Ein eklatanter Zeit- & Geldmangel. Aber ich werd dir versprechen, dass ich bei Gelegenheit mal reinhören werde, vielleicht werd ich ja auch Langzeitstudent, dann hab ich zwar nich so arg viel Geld, aber auf jeden Fall genügend Zeit, um mir alles gaaaaaaaaanz genau durchzuhören :D

  • Wollte nur mal vermelden, dass das neue Album ist Kasten ist, und jetzt schon seit drei Wochen im Mixer.


    Na, mal gucken, was einen da erwartet. Laut der Band ist es mal wieder "datt heftichste Album vonne letzten 10 Jahre, lan". Hoffentlich gibt's wieder was in Richtugn Draconian Times, oder so. Auf den letzten 4 Alben waren zu viele Gruseltracks

  • hmmm...ich muss jetzt mal überlegen! Ich glaube ich habe das Album "Host" mal geschenkt bekommen, klangen PL da nicht wie Depeche Mode? Also mir fehlten da glaube ich die Gitarren, für Pop-Musik wars aber ganz ok!


    Hab mir mal sagen lassen, die wären mal härter gewesen.


    Gruß

    Klickt mal bitte auf die Visitenkarte, kostet nix und zerstört auch nicht euer System! :prost:


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  • Also ich kenn nur das letzte Album, fand das auch gar nicht schleht, aber kann's halt nicht mit den alten Sachen vergleichen (wenn jeder mir sagt, dass die besser waren :verplant:). aber live gehen die schon gut ab, hab die Mal aufm Festival gesehen und schien von dem Publikum her das zweit-schmerzhafteste Konzert, auf dem ich bisher war :baby:

    Well sorry, but I think you were talking through a very large hole in your arse. (Shirley Manson)

  • Aus langeweile erzähle ich mal die Geschichte meiner alten Lieblingsband :D Ganz subjektiv, natürlement.


    Also, Paradise Lost waren mal meine absolute Lieblingsband. Im Gegensatz vieler, die das von sich behaupten können, kaufe ich ihre Platten immernoch :D 1992-1997 waren die in Europa richtig gross.


    Paradise Lost fingen 1990 als deathmetal-Band an, und erfanden dann nach und nach den Gothic Metal ?( (ganz so einfach war's nicht, aber die sind schon eine der einflussreichsten Bands der 90er).
    Mit dem zweiten Album "Gothic" wurden sie immer melancholischer, und mit dem dritten Album "Shades Of God" (so'ne art "Progressiver Melodic Death Doom Depri Metal") immer erfolgreicher.
    1993 dann die Hammer-Platte: Icon, diesmal mit ohne Gegrunze, schneller und leichter verdaulich.
    Der Trend setzte sich 1995 mit Hammer 2 fort: Draconian Times. Wesentlich zahmer und charttauglicher, aber dennoch durchweg mit guten Songs. Klingt vielleicht ein bisschen, wie 'ne Mischung aus Iron Maiden und Metallica in weinerlich :verplant:


    Dann kam leider der Abstieg, und es flossen immer mehr Popeinfluss ein:
    bei "One Second" war die Hälfte meiner und der Meinung vieler Fans nach langweiliges alternative Rock-Pop-Gemisch, dann mit "Host" eine ganz gute, aber eben reine Synthie-Pop-Platte, dann, nachdem ein Fan-Exodus einsetzte, kamen bei den zwei darauffolgenden Alben wieder mehr Metal Elemente dazu, jedoch klingen sie jetzt anders, als früher. Eher ein bisschen wie "Linkin Park" mit Brit Pop statt Rap :D
    PL sind jetzt eine typische "Problem-Band". Die alten Sachen haben noch viele Fans, aber alles neue gefällt nicht mehr so richtig.


    Das letzte Album fand ich nach "Believe In Nothing" :sleeping: wieder ganz okay.


    Paradise Lost waren nicht nur ein Hauptinitiator der Gothic Metal-Szene, sondern kann man meiner Ansicht nach neuerdings als Einfluss sogar bei "progressiveren" Nu Metal-Bands entdecken. Bei Slipknots neuer, ob man's glaubt, oder nicht, oder von Drowing Pool "Love And War" ?( Da haben die sich aber einiges abgeguckt, um mal ein bisschen Dramatik da rein zu bekommen...


    Na, auf jeden Fall macht man als Metal Fan nichts schlechtes, wenn man sich von denen mal Sachen aus allen Bandepochen anhört.



    Die "Hits" in Glanzzeiten von denen waren "As I Die", "Pity The Sadness", "True belief", "Embers Fire", "Widow", "Forever Failure", "The Last Time", und "Say Just Words". Ich empfehle noch "Hallowed Land", "Yearn For A Change", "I See Your Face", "Collossal Rains", "Eternal" und "Christendom". Also, ich bete diese Songs schon seit 10 Jahren an :prayer: Die kann man gar nicht alle schlecht finden.


    Na ja, die Band aus meiner Sicht :greetings:

  • Hier mal die Reviews aus dem Rock Hard-Archiv: *zeithat*





    PARADISE LOST Lost Paradise (1990)


    Review aus Rock Hard Ausgabe 38
    PARADISE LOST werden von ihrer Plattenfirma Peaceville als britisches Gegenstück zu Morbid Angel gehandelt. Ganz so gut sind sie zwar nicht, interessieren sollten sie eingefleischte Death Metal-Fans aber allemal. Schon der PARADISE LOST-Beitrag 'Internal Torment II' auf dem ebenfalls bei Peaceville/Rough Trade erschienenen "Vile Vibes"-Sampler (auch als Bonustrack auf der "Lost Paradise"-CD zu finden) machte hellhörig und kündigte ein starkes Debütalbum an. Wer das "Frozen Illusion"-Demo der UK-Truppe kennt, wußte eh, was da auf ihn zukommt, und wird sich die sieben Tracks umfassende Scheibe längst zugelegt haben. Allen anderen seien als stilistischer Vergleich die ebenfalls von der Insel stammenden Bolt Thrower genannt, deren "Realm Of Chaos"-Album ebenso düsteren, angemessen produzierten Death Metal bietet. PARADISE LOST haben vielen Acts des Genres gegenüber den Vorteil, daß sie sich nicht in endlose Chaos-Passagen verstricken, sondern überwiegend schleppende, umso bedrohlicher klingende Songs schreiben. Die Bezeichnung Death Metal paßt hier wie die Faust aufs Auge, denn brutaler geht's eigentlich kaum noch. Bands wie Obituary jedenfalls haben PARADISE LOST in punkto Härte mit dieser pechschwarzen Scheibe klar hinter sich gelassen. Acht dicke Punkte!
    GöTZ KüHNEMUND
    Note 8





    PARADISE LOST Gothic (1991)
    Label: Snapper Music, Vertrieb: SPV


    10xDynamite-Review aus Rock Hard Ausgabe 49


    Die Briten PARADISE LOST zählten schon mit ihrem 90'er Debüt ("Lost Paradise") zu den Shooting-Stars der zweiten Death Metal-Generation, obwohl sie eigentlich nur auf Grund der ultrabrutale n Vocals von Frontmann Nick in dieser Schublade landeten. Die Instrumentalarbeit an sich bewegt sich dagegen nur zum Teil im Death Metal-Bereich und enthält starke Doom Einflüsse. PARADISE LOST setzten auf gnadenlose Härte und verlieren sich trotz gelegentlicher Uptempo-Passagen nie in wirren Hochgeschwindigkeitsattacken. Gerade dieser Umstand macht die Band so interressant, denn die üblichen Detah Metal-Klischees (hackende Snare, kaum verständliche Vocals etc.) werden auf der gesamten Scheibe geschickt umgangen. Zusätzliche Auflockerung garantieren düstere Keyboardparts (eingespielt von Engineer Keith Appelton) und interressante Einlagen der Gastsängerin Sarah Marianne, die auf dem ersten Album noch nicht zu hören war. Der LP-Titel "Gothic" steht für die Atmosphäre der Musik, die sich als Horror-Soundtrack bestens eignen würde. Wer dem kleinen Bruder mal wieder nette Alpträume verpassen oder der nervenden Schwester ihren New Dicks On The Block-Tick aushämmern will, findet in PARADISE LOST das ideale Werkzeug. Acht dicke Punkte!
    GöTZ KüHNEMUND
    Note 8





    PARADISE LOST Icon (1993)


    10xDynamite-Review aus Rock Hard Ausgabe 77
    Wie in der Story im letzten Heft angekündigt, ist "Icon" der ganz heiße Anwärter auf die Scheibe des Jahres. Gegenüber den beiden Vorgängern "Shades Of God" und "Gothic" haben sich die Briten um Welten gesteigert. Und das sind immerhin Alben, die heute noch in den Rock Hard-Lesercharts vordere Positionen bekleiden. Demzufolge wird "Icon" jahrelang die Pole-Position blockieren. Schon der Opener 'Embers of Fire' groovt so tierisch, dass man unmöglich stillsitzen kann. Dazu dieser hyperfette Gitarrensound - habe nie einen besseren gehört! Das Zusammenspiel der Herren Mackintosh und Aedy erinnert von seiner Machart her an die Lead- und Rhythmusduelle des legendären Priest-Duos Tipton/Downing in ihren besten Zeiten ("Unleashed in the East"). Die beiden Paradise Lost-Gitarristen haben ihre eigene Interpretation dieses Stilmittels gefunden. Gregor Mackintosh sorgt pausenlos für äußerst ausgefeilte, sehr gefühlvolle Harmonien, da schwingen Hoffnung ('Forging Sympathy') und Melancholie (wie in dem schwermütigen 'Joys of the Emptiness') mit. Keiner setzt Tapping, Wah-Wah und Delay gefühlvoller ein als dieser junge Musiker, während sein Partner Aaron Aedy mit gradlinigen, präzisen Hammerriffs für einen mörderischen Groove sorgt. 'Dying Freedom' ist Gruft-Metal in Reinkultur, 'Collossal Rains' großartiger Doom-Bombast. Nicht nur hier fasziniert Sänger Nick Holmes mit seiner aussagekräftigen Stimme, die genügend Charisma besitzt. Gegrunze ade. Auch Seite zwei überzeugt: 'Weeping Words' und 'Poison' sind wiederum unglaublich heavy, während 'True Belief' schon fast Hitcharakter hat. 'Shallow Seasons' enthält erneut tolle Gitarrenharmonien und ein klasse Solo. Lediglich 'Christendom' wirkt etwas überhastet, obwohl die Passagen mit der von halbakustischen Gitarren begleiteten Sängerin dem Ideenfundus dieser Platte noch etwas hinzusetzen. Das starke Outro 'Deus Misereatur' beendet dann den ersten Metal-Meilenstein der Neunziger. Kann man direkt neben die Achtziger-Perlen "Reign In Blood" und "Ride The Lightning" in die Sammlung stellen. Killer!
    HOLGER STRATMANN
    Note 10





    PARADISE LOST Draconian Times (1995)


    10xDynamite-Review aus Rock Hard Ausgabe 98
    Ich weiß noch genau, wie Produzent Simon Efemy mit einem schelmischen Grinsen die Regler auf Maximum schob, wahrscheinlich gerade von der zufriedenstellenden Erkenntnis beseelt, daß er das Kunststück fertiggebracht hatte, eine melodischer aufspielende Band mit einem Plus an Heaviness auszustatten. Für meine Begriffe der Grundtenor auf 'Draconian Times': PARADISE LOST sind sensibler denn je. Das gilt für das widerum exzellente Coverartwork ebenso wie für Nick Holmes' melancholischen Gesang, der des öfteren überraschend leise ausfällt ('Enchantment', 'Forever Failure') und die auf 'Icon' eingeschlagene Linie konsequent fortsetzt. Entsprechend wurde die Musik wesentlich dynamischer komponiert, wechseln schwere Metal-Parts mit besinnlichen Einschüben ab. So unterstreicht 'Elusive' die Gothic-Vorlieben des bewährten Songwriting-Duos Holmes/Mackintosh, das wie gewohnt die Platte im Alleingang komponierte. Was nicht heißt, daß die anderen Musiker im Hintergrund stehen. Ohne Aaron Aedys präzises Riffgewitter wären PARADISE LOST nur die Hälfte wert. Und mit dem neuen Drummer Lee Morris steht Bassist Edmondson endlich ein kompetenter Bursche zur Seite, der aktiv am Rhytmusgeschehen teilnimmt und Soundlöcher mit starken Breaks zuhämmert. Das zahlt sich insbesondere bei Wutklumpen wie 'Once Solemn' oder der neuen Single 'The Last Time' aus, auch wenn letztere für meinen Geschmack etwas zu banal ausgefallen ist. Das meiste Material ist im Midtempobereich gehalten und erinnert zwangsläufig an so manche Passagen auf 'Icon', im Grunde der einzige Kritikpunkt an dieser Platte. Dann aber wieder ein Knaller wie 'Yearn For Change', und man ist belehrt, daß es Songs gibt, die im Moment nur eine Band zu schreiben imstande ist. PARADISE LOST haben eben Stil.
    HOLGER STRATMANN
    Note 9





    PARADISE LOST One Second (1997)


    10xDynamite-Review aus Rock Hard Ausgabe 123
    Man kann es drehen und wenden, wie man will - ein Richtungswechsel im Hause PARADISE LOST war dringend überfällig. Zwar stellte das Vorgänger-Album 'Draconian Times' mit Lee Morris einen Drummer vor, der das britische Hardrock-Flaggschiff zu mehr Musikalität antrieb, doch Ermüdungserscheinungen im Songwriting waren selbst für beinharte Fans nicht zu überhören. Nicht daß das technische Können der Herren zuvor Anlaß zur Kritik gegeben hätte, aber es war in erster Linie der Stil der Gothic Metal-Pioniere, verbunden mit einem guten Näschen für einprägsame Melodien, der die Massen begeistert hatte. Die klar getrennte Gitarrenwand pumpte eisern und kaschierte gleichzeitig ein paar Mängel der Youngsters, ein Prinzip, das mittlerweile von Hunderten von Bands bereitwillig adaptiert worden ist. Da tut frischer Wind ganz gut, dachten sich die Jungs, und nahmen sich mit Jungstar-Produzent Sank jemanden zur Hand, der ihre Visionen spielerisch leicht umsetzte. Was hat sich also getan? Die Briten setzen auf 'One Second' ihre Melodien wesentlich bedächtiger, subtiler, aber auch dynamischer (laut/leise) und atmosphärischer um. Nick Holmes singt erstmals glasklare Melodien und wirkt ausdrucksstärker denn je, sorgt sogar im Flüsterton für Gänsehaut. Und rhythmisch geht's vielseitiger unter dem Einsatz von Drummachines zur Sache, zur Abrundung erweitern technische Effekte den Sound um einige zusätzliche Facetten. Das klingt erwachsener und professioneller und ist so gewollt. Die Scheibe wird einigen Gothic- und Metal-Fans übel aufstoßen, denn genaugenommen sind PARADISE LOST eine weitere Band, die den Ausbruch aus ihren eigenen Klischees in der Flucht nach vorn sucht. Und 'vorn' heißt in diesem Falle Richtung Charts. Hartgesottenen kann man also vor dem Kauf einen Probedurchlauf empfehlen, denn 'One Second' ist ein ziemliches 'Kommerzalbum', obwohl noch unverkennbar PARADISE LOST. Alle anderen freuen sich hingegen auf eine geniale Ansammlung von Ideen und Melodien, die mit modernen Mitteln umgesetzt wurden. Kurz und schmerzlos sind dem Duo Holmes/Mackintosh eine Reihe Ohrwürmer mit Hitcharakter gelungen, die sich jeder Düster-D.J. auf seine Einkaufsliste schreiben muß. 'One Second', 'Just Say Words', 'Mercy' und insbesondere der Geheimtip 'The Sufferer' schreien förmlich nach Tanzflächenbeschallung. Gelegentlich hätte man sich zwar noch ein paar Gitarrenspitzen mehr gewünscht und mit 'Blood Of Another' ist auch ein ähnlich banaler Track wie die letztmalige Single 'The Last Time' vertreten, aber insgesamt ist 'One Second' für meine Begriffe ein rundes und aufregendes Rock-Album der Spitzenklasse.
    HOLGER STRATMANN
    Note 9





    PARADISE LOST Host (1999)


    Review aus Rock Hard Ausgabe 145
    Eins vorweg: Ich war nie ein großer PARADISE LOST-Fan, auch wenn ich Alben wie "Gothic", "Shades Of God" und "One Second" durchaus sehr schätze. Vielleicht ist das ein Grund dafür, daß ich mich mit "Host" nicht allzu schwer tue. Im Gegenteil, ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine Scheibe der Briten öfter gehört zu haben. Klar, mit Metal hat das nunmehr siebte Album der Band nahezu nichts mehr zu tun, statt dessen konzentriert man sich auf düster-atmosphärische Rocksongs mit massiven Dark Pop-Einflüssen und gewaltiger Tiefe. Das mögen manche Leute langweilig finden, Fakt ist aber, daß der Hitfaktor (und wer will bezweifeln, daß dieser bei PL enorm wichtig ist?) nie größer war. Da gibt's Loops, Samples, Keyboardspielereien und verfremdete Gitarren en masse, der Name Depeche Mode schwebt die ganze Zeit über dem Album (obwohl es viel zu einfach wäre, "Host" auf eben jene Referenz zu reduzieren) und wird zum Damoklesschwert für die Hardliner. Macht man sich aber die Mühe und taucht tiefer in die Gedankenwelt von Holmes & Co. ein, offenbaren sich bereits nach kurzer Zeit aufs Wesentliche reduzierte Songwriting-Juwelen, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Das trifft sowohl auf 'Nothing Sacred' als auch auf das ultrageile 'In All Honesty' zu (bei dessen Anfang Holmes sogar wie Wolfsheims Heppner klingt). Nicht zu vergessen: 'Harbour', 'Ordinary Days', 'Permanent Solution', 'Behind The Grey' und 'Made The Same'. Da ist es nur bezeichnend, daß die erste und etwas zu simple Single-Auskopplung 'So Much Is Lost' noch der schwächste Track ist. "Host" ist gleichzeitig geeignet zur Untermalung, zum intensiven Hörgenuß und für die schönen Stunden zu zweit. Welches Album hat heutzutage schon solche Allrounder-Qualitäten?
    BORIS KAISER
    Note 8,5





    PARADISE LOST Believe In Nothing (2001)


    Review aus Rock Hard Ausgabe 166
    (46:00) Nachdem die Briten für ihr letztes Werk "Host" nicht nur Lob ernteten - viele konnten sich mit der sehr an Depeche Mode erinnernden Klangarchitektur nicht wirklich anfreunden -, lassen die Jungs nun ein Album vom Stapel, bei dem man sowohl ältere liebgewonnene Elemente (vereinzelt aus "Icon"-, aber vor allem aus "One Second"-Zeiten) als auch "Host"-Gewürze aufspüren kann. Nach einigen Durchgängen graben sich die catchy inszenierten Melodien ins Ohr und wollen nicht mehr weichen, man entdeckt immer neue, cool klingende Elektronik-Details, und auch der groovige Charakter samt kraftvoller Riffs gefällt zunehmend. Die von John Fryer (u.a. Depeche Mode, HIM) produzierte Platte vereint charmanten Pop, exzellente Elektronik-Sounds und kickenden Dunkelrock und wird vom typischen PARADISE LOST-Mantel umschlungen. Dazu lässt sich Meister Nick Holmes nicht lumpen und gibt dem Ganzen gesanglich feinstes, klares Futter. Zudem hat sich die Crew - und das war leider eines der fehlenden Ingredienzen auf "Host" - in puncto Abwechslungsreichtum gut ins Zeug gelegt. Resultat: Nach vorne gehende Tracks mit knackig-kraftvollem Saiten-Spiel wie die erste Single 'Mouth', 'Look At Me Now' oder 'Sell It To The World', temporeduzierte und melancholische Momente ('Divided' inklusive James Bond-Flair, 'Illumination') oder Streicher-Untermalung ('Never Again') - PARADISE LOST haben mit der neuen Langrille ein Klasse-Ding mit einigen potenziellen Hits aus dem Boden gestampft. Unbestritten ein Fall für die Repeat-Taste!
    BREDA MAßMANN
    Note 8





    PARADISE LOST Symbol Of Life (2002)
    Label: G.U.N., Vertrieb: BMG


    Review aus Rock Hard Ausgabe 186


    Nach zwei fast reinrassigen Popscheiben mit Electro-Schlagseite („One Second“, „Host“) ließen die Berufs-Melancholiker aus Yorkshire auf ihrem letzten Opus „Believe In Nothing“ die Klampfen wieder recht amtlich braten, ohne zu ihren Death/Gothic Metal-Wurzeln zurückzukehren. Ähnlich verhält es sich mit Studioalbum Nummer neun, mit dem PARADISE LOST gleichzeitig auf einem halben Dutzend Hochzeiten tanzen. Ob Gothic, Darkwave, Metal, Cyber-Rock, Electro oder Pop - auf „Symbol Of Life“ verwischen die Genre-Grenzen derart, dass man sich Sorgen um die Zielgruppe der Herren Holmes, Mackintosh, Aedy, Edmondson und Morris machen muss. Auf Grund des hohen Crossover-Faktors dürften vermutlich nur tolerante Vertreter der genannten Musikrichtungen auf die samt und sonders tanzbaren Kompositionen (darunter befindet sich mit ´Xavier´ auch ein Dead Can Dance-Cover) abfahren. Andererseits macht das gerade den Reiz der von Computerfreak Rhys Fulber (u.a. Fear Factory) erfreulich authentisch produzierten Scheibe aus.
    Anstatt sich selber musikalische Schranken aufzuerlegen, sind die Düsterheimer von der Insel ständig auf der Suche nach neuen Einflüssen, Aufnahmetechniken und Ideen, um ihre von Verzweiflung und Weltschmerz, Dramatik, Pathos und Leidenschaft dominierten Moll-Hymnen ohne jeglichen Identitätsverlust weiterzuentwickeln. Und im Gegensatz zu ihrer Schwächephase Ende der Neunziger ist das der Combo auf ihrem neuesten Silberling auch wieder gelungen. Mit „Symbol Of Life“ ist das zwischenzeitlich verloren geglaubte Paradies wieder ein ganzes Stück näher gerückt.
    Lauschgift: das von einem mächtigen Chorus getragene ´2 Worlds´, der getragene Ohrwurm ´Mystify´ und der überraschend heftige Gefühlsausbruch ´Channel For The Pain´.
    BUFFO SCHNäDELBACH
    Note 8

  • Hmmm..........liest sich gut!


    Würde gerne mal in alle Alben reinhören um mir ein Bild zu machen!


    Von einer Death-Metal-Band zu einer von Depeche Mode beeinflußten Kombo und wieder zurück.


    Immerhin, da wirds nicht langweilig :D


    Gruß

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  • yeah ! Hab endlich meine neue fette Anlage und auch mal die Gelegenheit in die Icon reinzuhören (und sie wird in rotation bleiben!) gefällt mir gut, was ich da so höre, schön düster-heavy !

  • Ja, und das "neue" Album von denen kommt erst ab Februar raus. Die Veröffentlichung wurde jetzt ohne Begründung so oft verschoben, dass es wirklich nur der letzte Mist sein kann. :(


    Wenn das Album jetzt auch mies ist, dann können sie's eigentlich auch "Requiem" nennen. Das war's dann nämlich. Vielleicht feiern sie 2007 noch ihr 10jähriges Flopjubiläum.

  • ich kenn die alben bis DT und muss sagen, dass sie mir recht gut gefallen. vom aktuellen kenn ich nur isolate und das find ich ziemlich schlecht.

  • So, Paradise Lost haben ihr neuen Album raus. Natürlich, wie die letzten beiden, als die"grosse Rückkehr" zu alten Tugenden gefeiert. Mogelpackung? Ja. Das Album klingt einfach nur so, wie die letzten beiden. Nix neues. Synthie-Pop-Metal, diesmal hin und wieder mit 10 sekündigen (!) Gitarrensolos. Die "Riffs" sind allesamt lepsch. Wobei eigentlich alles lepsch ist. Leeeeepsch. Und Einfallslos. Schlecht komponiert. Die Songs zünden allesamt nicht. Alles höchst simpel gehalten, warum auch immer. Irgendwie versuchen die immer noch so'ne Pop-Nummer abzuliefern, obwohl sich das eh nicht verkauft. Und der Gesang klingt furchtbar, teilweise wieder so gekreischt und gequäkt, wie auf den letzten beiden Alben.
    Boah, furchbar. Das ist wohl das schlechteste Album bis jetzt. :(

  • Quote

    Original von Dem Hans sein Erwin
    So, Paradise Lost haben ihr neuen Album raus. Natürlich, wie die letzten beiden, als die"grosse Rückkehr" zu alten Tugenden gefeiert. Mogelpackung? Ja. Das Album klingt einfach nur so, wie die letzten beiden. Nix neues. Synthie-Pop-Metal, diesmal hin und wieder mit 10 sekündigen (!) Gitarrensolos. Die "Riffs" sind allesamt lepsch. Wobei eigentlich alles lepsch ist. Leeeeepsch. Und Einfallslos. Schlecht komponiert. Die Songs zünden allesamt nicht. Alles höchst simpel gehalten, warum auch immer. Irgendwie versuchen die immer noch so'ne Pop-Nummer abzuliefern, obwohl sich das eh nicht verkauft. Und der Gesang klingt furchtbar, teilweise wieder so gekreischt und gequäkt, wie auf den letzten beiden Alben.
    Boah, furchbar. Das ist wohl das schlechteste Album bis jetzt. :(


    hab ich ein anderes album als du?
    so schlecht ist es auch wieder net. klar der richtige bringer ist es net aber es gibt schon viele sehr gute ansätze meiner meinung nach.

  • Dem Hans sein Erwin


    sag mal was laberst du pen*** für eine schei*** über das neue album? kauf dir mal das original und hör es dir noch mal an! du hast nur ne scheiss demotape version runtergeladen! das album ist das Metalischte seit 10 jahren von PL das stimmt voll und ganz! eines der bessten Gothic Metal alben!


    :bangyourhead:

  • Das Album ist schon das metalischer geworden. Aber trotzdem kommen die irgendwie net vom Pop weg. :verplant: An die alten Sachen kommts einfach net ran und das werden sie auch nie mehr schaffen. Da hör ich mir doch viiiiieeeeeeeeeelllllllll lieber die Shades Of God oder die Icon an. Man waren die da noch gut.

  • Jannis


    Geh mal zu deiner Mama. Ich hab der gesagt, die soll dir zur Beruhigung 'nen Milchreis machen.




    @Dark Angel


    Die Hoffnung habe ich auch aufgegeben. Die Lieder sind einfach zu simpel und einfallslos. Bei Bands, die ihrer alten Zeit hinterherrennen ist ja immer die Frage, ob die nicht mehr wollen, oder können. Meiner Meinung nach ist die Frage jetzt beantwortet. Schade...

  • Wow..........4 Beiträge und direkt einen User hier beschimpfen. Hier kann jeder seine Meinung haben und somit auch kundtun. So wie eben Hans sein Erwin. Seine Meinung über das Album wird deine schroffe Art sicher nicht ändern.



    Also immmer ruhig Blut, issen Forum hier und keine Arena!

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