Kirk Hammett über seinen Lieblingssong von Metallica, die Load-Phase und Hardwired... To Self-Destruct | 22.10.2017

  • Metallica NewsKirk Hammett ist nicht nur ein launiger, sondern auch überaus freundlicher Gesprächspartner – selbst wenn der Rücken schmerzt und der Husten keift. Wir sprachen mit dem Gitarristen im Vorfeld des ersten Auftritts in der Kölner Lanxess Arena über seine Begeisterung für die Scorpions, seine neuesten Riff-Ideen sowie den einen Moment, in dem er darüber nachdachte, METALLICA zu verlassen.


    HARDWIRED… TO SELF-DESTRUCT war die erste Scheibe seit KILL ’EM ALL (1983), auf der du keine Credits erhalten hast. Fühlt man sich einem Album mehr verbunden, an dem man mitkomponiert hat?

    Hmm, vielleicht. Aber es war nun mal nicht zu ändern: Deswegen konzentrierte ich mich bei HARDWIRDED… TO SELF-DESTRUCT auf die Soli und versuchte, diese möglichst spontan im Studio einzuspielen. Das hat gut funktioniert. James und ich sind uns einig, dass Metallica gegenwärtig am besten funktionieren, wenn wir „aus der Hüfte schießen“ anstatt alles bis ins Detail zu durchdenken.


    Wir haben viele, viele Jahre die Dinge zu Tode diskutiert. Heute machen wir das genaue Gegenteil, dazu braucht es ein bisschen Mut. Das ist vor allem für mich eine neue Situation. Ich kann heute beispielsweise problemlos auf der Bühne ein Solo zu ‘Seek And Destroy’ improvisieren, wenn ich Lust dazu habe. Lars kann das am Schlagzeug nicht so einfach, das würde den ganzen Song umhauen.


    Du hast an diversen Klassikern mitgeschrieben, unter anderem ‘Enter Sandman’, ‘Creeping Death’, ‘Fade To Black’, ‘Master Of Puppets’ – welcher Song ist dein persönlicher Favorit?

    Mein Lieblings-Song ist ‘Hero Of The Day’. In dem Lied ist es mir gelungen, ein Solo zu schreiben, das zu den melodischsten meiner Karriere gehört und das Lied zugleich auf ein nächstes Level hievt. Klar schütteln jetzt vielleicht einige den Kopf und fragen sich, warum ich nicht lieber ‘Creeping Death’ erwähne – aber es geht eben darum, wie ich als Gitarrist einem Song am besten dienen kann. Und das war bei ‘Hero Of The Day’ hundertprozentig der Fall.


    Das Lied stammt von LOAD (1996). James Hetfield meinte, dass diese optische und inhaltliche Neuerfindung von Metallica mit Cliff Burton nicht passiert wäre.

    Da bin ich komplett anderer Meinung! LOAD und RELOAD (1997) wären mit Cliff Burton sogar noch früher passiert. Er stand total auf melodische Musik wie Simon & Garfunkel, Eagles, The Velvet Underground – und spielte auch entsprechend seinen Bass. Hör dir nur mal ‘Orion’ an…


    Täuscht der Eindruck, dass dir diese Neunziger-Phase damals großen Spaß bereitet hat?

    Nein, das trifft zu. Die Schminke, die Piercings, all das stand in Verbindung mit der damaligen Szene von San Francisco. Da wimmelte es von Künstlern und Musikern. In den Neunzigern pulsierten die Straßen noch, es war die letzte große Phase dieser Stadt. Heute dreht sich alles nur noch um möglichst hohe Steuereinnahmen und Dienstleistungen. Leider.


    Das komplette Interview mit Kirk Hammett findet ihr in der METAL HAMMER-Novemberausgabe.


    Quelle: Metal Hammer