Aktive Tonabnehmer

  • Ich hab meine Zweifel an aktiven Tonabnehmern. Sie sollen zwar besser als die passiven klingen, aber dafür braucht man Batterien....also jedesmal die dinger ausbauen und Batterie wechseln.


    Wie ist das, wenn die Batterie schwach wird? Wirds dann leiser, oder verrauschter? Oder hörts einfach auf?


    Hätte irgendwie Angst wenn meine Tonabnehmer bei nem Auftritt den Geist aufgeben ^^


    Bevorzugt ihr aktive oder passive Tonabnehmer?

  • Also bei meinen aktiven (Bass, Akustik) ist der Stromverbrauch so gering, daß ich bis jetzt nur beim Bass die Batterie austauschen musste (und der ist vor 3 Jahren ersteigert, d.h. die Batterien waren vorher schon drin). Bei der Akustikgitarre noch gar nicht.


    Vom Klang her ist es halt wie immer: Wenns dir gefällt, gefällts dir, wenn nicht, halt nicht. Theoretisch soll ja das Ausgangssignal durch aktiven Tonabnehmer stärker sein, ob das auf den Klang jetzt einen großen Einfluß hat, weiß ich nicht.

    [CENTER]James Hetfield:
    "Es gibt keinen Heavy Metal mehr. Dieser Stil ist innerhalb der Grenzen erstarrt, die er sich selbst gesetzt hat."[/CENTER]

  • Ich habe in meiner ESP Explorer EMG 80er aktive Tonabnehmer. Die Batterie war bisher erst einmal leer (nach ungefähr 9 Monaten). Der Sound wurde langsam leiser und verlor vor allem beim palm muting enorm an aggressivität.

  • Ich habe in meiner ESP Explorer EMG 80er aktive Tonabnehmer. Die Batterie war bisher erst einmal leer (nach ungefähr 9 Monaten). Der Sound wurde langsam leiser und verlor vor allem beim palm muting enorm an aggressivität.

    Ah genau das ist scheiße. Das hatte ich bei meinem Verzerrer, als ich noch kein Netzteil dafür hatte. Hm, echt doof...

  • Aktive Tonabnehmer gibt's als induktive und kapazitive Tonabnehmer.


    Die induktiven funktionieren dann im Prinzip genauso, wie klassische Gitarrenabnehmer, bestehen also aus Magnet und Spule, es wurde nur ein Impedanzwandler, meist in Form eines Operationsverstärkers, nachgeschaltet.


    Die kapazitiven Tonabnehmer arbeiten mit einem elektrischen Feld anstatt einem magnetischen, beeinflussen deshalb die Saitenschwingung quasi überhaupt nicht (das elektrische Feld übt viel weniger Kraft auf die Saiten aus, als ein magnetisches), sind NOCH unanfälliger gegen Störungen (Brummen, Rauschen) als Humbucker, haben einen absolut linearen Frequenzgang und beeinflussen damit den Klang kein bisschen, sondern geben wirklich extrem genau wieder, was von den Saiten kommt. Vom Aufbau her ist ein kapazitiver Tonabnehmer eine leitfähige, nach außen hin isolierte Platte, die über einen in den Tonabnehmer eingebauten Spannungswandler aufgeladen (polarisiert) wird. Die Saiten werden dann geerdet und dienen als "Gegenpol" für den Kondensator. Wenn die Saiten schwingen, verändert sich dauernd die Kapazität und damit auch die Spannung auf der geladenen Platte im Tonabnehmer. Das ganze ist extrem hochohmig, deshalb wird's auch hier über nen Impedanzwandler rausgeführt. (Aus dem Grund sind kapazitive Pickups auch immer aktiv.)


    Beide Varienten haben gemeinsam, dass in ihnen ein Impedanzwandler arbeitet, was dazu führt, dass der eigentliche Tonabnehmer (egal ob induktiv oder kapazitiv) nichts von der Impedanz des Kabels (und der Vorstufe des Amps) sieht. Diese Kabelimpedanz ist meist kapazitiv (weil die Tonader mit der Schirmung nen Kondensator bildet, die Isolierung dient als Dielektrikum) und bildet daher mit einem passiven Pickup (der immer induktiv, also ne Spule ist) nen Schwingkreis (Bandpassfilter). Das heißt der Frequenzgang (und damit der Klang) passiver Pickups ist von der Kabellänge und der Eingangsimpedanz des Verstärkers abhängig. N aktiver Pickup klingt dagegen immer gleich, auch wenn Du 100 Meter Kabel dran hast. ;) Nachteil ist, dass aktive Pickups halt teurer sind.


    Also allgemein kann man sagen aktiv-kapazitiv ist besser (und teurer) als aktiv-induktiv, was wiederum besser (und teurer) als passiv-induktiv ist. Es gibt ein paar Leute, die den nichtlinearen Frequenzgang von passiven Tonabnehmern besser finden und behaupten, diese würden "durch ihre Wärme besser klingen". Subjektiv mag das so sein, objektiv sind kapazitive Pickups die Königsklasse. Kapazitive Pickups klingen saugeil und machen extrem viel Druck, wenn sie mit viel Gain gefahren werden. Wenn einem die Linearität nicht gefällt, kann man immernoch mit Elektronik (z. B. mit nem Hochpassfilter) nachjustieren, aber im Prinzip geht es darum, am Anfang der Signalkette (also an der Quelle, also im Fall einer E-Gitarre an den Tonabnehmern) ein sehr "trockenes" und "objektives" Signal zu haben. "Verfälschen" kann man's dann später immernoch. Ein Tontechnik-Kollege hat mal das mal in folgenden schönen Satz gefasst: "Sch**** kann man nicht polieren." :D Soll heißen: Die Signalquelle ist verdammt wichtig. Wenn die Quelle nicht linear genug ist, kannst Du versuchen, mit Equalizern und anderen tollen Sachen dagegenzuwirken, aber es wird nie so gut klingen, wie mit einer hochwertigeren Quelle.

  • ich überlege auch gerade für mich, ob meine nächste Gitarre aktive oder passive Tonabnehmer haben soll. Bislang hab ich nur passiv gespielt. Ich habe gehört, dass aktive nichts anderes sind als passive, die durch einen zusätzlichen Verstärker ausgestattet sind. Nun meine Frage: Wenn die Batterie leer ist, habe ich dann den gleichen Sound wie der dazugehörige passive Tonabnehmer, schlechter oder gar keinen?

  • Gar keinen. Es mag zwar sein, daß man die Situation mit einem verstärkten passiven vergleichen kann, aber halt nur vom Klang her, nicht von der Funktionalität. Wenn die Batterie leer ist, kann der aktive Tonabnehmer keinen Ton mehr abnehmen. :D

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  • Hi zusammen,


    wollte jetzt nicht extra ein neues Thema aufmachen, aber ich Suche seit ein paar Monaten schon nach einem wirklich gutem Tonabnehmer, doch so richtig komme ich einfach nicht dazu mich zu belesen, ihr kennt das ja sicherlich mit der Arbeit und so.


    Welchen Tonabnehmer könnt Ihr mir hier empfehlen http://www.fono.de/Tonabnehmer ?


    Hab nen Gutschein für den Shop, daher würde es sich für mich lohnen, dort zu bestellen.


    Grüße



  • :rofl:


    Zum Glück hab ich n Ingenierusstudium hinter mir, sonst würde ich nur Bahnhof verstehen :D Alter, wie fachwissend kann ein Mensch denn sein? Baust du die Dinger?


    bishoff : lies dir die quintessenz des hier zitierten durch, dann hast du ne vorstellung was gut und was weniger gut ist

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