Es gibt zwei Möglichkeiten, sich mit The Mars Volta auseinanderzusetzen: Entweder man lässt sich auf den ganzen Wahnsinn ein und nimmt alles ernst, was die Texaner so an krudem Zeugs von sich geben - und begibt sich damit in eine autarke aurale Welt, die man am ehesten mit den Phantasiewelten eines Computer-Rollenspiels vergleichen kann. Oder aber man betrachtet The Mars Volta einfach als überdrehte Rock-Truppe, die sich mit zunehmenden Größenwahn immer weiter in Soundexperimente und kompositorische Hakenschläge versteigt, dass bald niemand mehr durchsteigt, am wenigsten wohl die Musiker selber. Für ihr neues, viertes Album haben sich Arrangeur/Gitarrist Omar Rodriguez-Lopez und Sänger/Songschreiber Cedric Bixler-Zavala eine okkulte Geschichte über ein Ouija-Brett ausgedacht, das ihnen so viele Dämonen auf den Hals gehetzt haben soll, dass sie ganz viele in sich verschachtelte Songs als Exorzismusersatz schreiben mussten. Angeblich eine Idee des langjährigen Band-Tontechnikers, der wohl mit den Tempiwendungen, Stakkatorhythmen und all dem ganzen anderen Quatsch auch nicht mehr klarkam und den Musikern einflüsterte, ihre Musik sei eine Art Höllenmaschine. Brrrr ... Sie merken, wo es hinführt, wenn man sich allein das anhört, was die Plattenfirma so als Promo-Material verbreitet? Betrachtet man allein die Musik und lässt die mindestens im Meskalin-Rausch verfassten Texte außen vor, bleibt ein Album übrig, das sich stilistisch eng an den Vorgänger "Amputechture" hält, die an Hendrix und anderen Heroen orientierten Gitarrenströme von Rodriguez-Lopez aber wieder mehr im Vordergrund wabern lässt. Was durchaus angenehm ist und die Hörbarkeit der Platte merkbar steigert. Mit "Wax Simulacra" ist sogar eine mit 2:39 Minuten fast klassische Rock-Single enthalten, das ebenso kurze "Tourniquet Man" qualifiziert mit ein bisschen Goodwill als Ballade, und "Ilyena" ist ein lupenreiner Pop. Fans werden von Ausverkauf raunen; als Kritiker ist man beruhigt: Diese unheimlichen Männer mit den neunminütigen Post-Progrock-Lavaströmen sind am Ende auch nur Menschen.
Ach, The Mars Volta. Meiner Ansicht nach WAR das mal was richtig vielversprechendes. Die ersten beiden Alben fand ich große Klasse, sogar über die Kritikpunkte am zweiten Album konnt ich gut hinwegsehen, mich hats nicht gestört. Aber Amputechture damals war schon das erste Anzeichen, daß da was nicht stimmt. Die Songs ließen in der Mehrzahl gute Melodien vermissen, Cedric Bixlers Stimme ging mir auf die Nerven (was sie vorher nicht getan hatte) und die kreativen Einfälle und guten Arrangements gehörten der Vergangenheit an. Es gab noch ein paar gute Sachen, aber das kam imho alles nicht mehr an Frances The Mute, an das Debüt gar nicht ran. Wenn ich dann noch die Selbstüberschätzung und Arroganz von Rodriguez-Lopez sehe, dann brauch ich mir das eigentlich mehr anzuhören.
Ich hab mir die ersten paar Songs vom neuen Album trotzdem angehört und das klang alles nicht schlecht, aber eben auch nicht überragend. Es gibt nichts neues bei TMV und die Songs dümpeln meiner Ansicht nach in den Klischees der vorherigen Alben rum.
James Hetfield: "Es gibt keinen Heavy Metal mehr. Dieser Stil ist innerhalb der Grenzen erstarrt, die er sich selbst gesetzt hat."
hey,
seh ich genauso. Ersten beiden Alben waren topp, aber schon das letzte hat mich gelangweilt ohne wirklich schlecht zu sein. Aber die Ideen für ein Album dieses Anspruchs müssen wachsen und reifen, ich denk mal, sie lassen sich auch zu wenig Zeit, seit 2003 schon das 4. Album !
Fazit: es is nich schlecht, aber ich hab beseres zu tun, als mir mit Gewalt ein nur halgutes Album schönhören zu wollen. Freu mich aber drauf sie live zu sehen! -->
ich bin erst vorgestern auf die band gestoßen, bzw. kannte sie natürlich vom namen schon vorher, hab nach dem zufälligen anhören von "ilyena" aber erst angefangen, mich überhaupt mit den so oft erwähnten "the mars volta" auseinanderzusetzen... ich kenn die alten sachen gar nicht, aber wenn die eurer meinung nach besser oder, anders gesagt, innovativer sind, zieh ich mir das mal rein... "ilyena" jedenfalls fand ich sehr gut, wobei ich mir beim betrachten des videos doch schnell die frage stelle, welche drogen die typen denn so nehmen, und wieviel davon....
DAS will ich mit metallicat machen; zwischendurch noch und .
von nem kumpel the widow zum hören bekommen, sofort gepackt...
ich werd mir mal alles irgendwie zulegen müssen
Momentaner Lieblingssong ist l'via l'viaquez - topp!