Zu empfehlen für Fans von:
Hardcore, Stilmixen harter Musik, Überdentellerrandgucker
Review:
Es gibt mindestens drei Wege, dieses Album gehört zu haben. Man könnte z.B. ein Anhänger der Straight-Edge-Philosophie sein (was das im Detail bedeutet und was es zu einer Lebensphilosophie macht, können wohl am besten dermaßen veranlagte Leute selbst adäquat erklären). Dieses Dasein gepaart mit einer Zuneigung zu harter Musik wird wohl in einigen Fällen das Zusammentreffen mit dieser Band bzw. diesem Album verursacht haben. Möglich (wenn auch in diesem Forum eher unwahrscheinlich) ist es auch, daß man 1998 "New Noise" als Single an den Kopf geknallt bekam und dann hohe Erwartungen innehabend zum CD-Laden rannte um noch mehr "New Noises" in Form dieses Album zu ergattern. Alternativ ist es auch denkbar (und wohl wahrscheinlicher), daß man "New Noise" einfach kennt und dann sich im Internet entsprechend zu Schaffen gemacht hat. Der dritte Weg ist aber ganz einfach, daß man ein wenig über den Tellerrand hinausblicken wollte und dann eine der oben stehenden Möglichkeiten ausgenutzt hat.
Es gibt jedoch sehr viel mehr als drei Gründe, dieses Album zu hören. Was Refused, eine schwedische Hardcore-Band der 90er, hier erschaffen haben und selbstbewußt "The Shape Of Punk To Come" (etwa: "Die Gestalt des Punks in der Zukunft") nennen, ist eine gelungene Melange aus verschiedenen Stilen, die in konventionellen Denkstrukturen normalerweise nicht zusammengehören. Das wird schon deutlich daran, daß das Album nicht "The Shape Of Hardcore To Come" heißt, sondern eben "Punk". Das jedoch ist eine nette Untertreibung, denn obwohl natürlich viele Elemente des Punks, beispielsweise seine entwaffnende Einfachheit und Wirkung sowie seine leicht singbaren Melodien, deutlich erkennbar sind, reicht das bei weitem nicht aus um dieses Album gut zu charakterisieren. Hardcore-Elemente mit abgehackten stark verzerrten Gitarrenriffs, dem Schreigesang, Jazz-Elemente mit Jams ohne festgelegte Struktur, Drum 'N Bass, Elektro, Folk, Klassik ... die Liste ist endlos. Man darf aber nicht denken, daß die Songs in diese Richtungen aufgeteilt sind. Die Songs vereinen sie scheinbar mühelos. Wenig klingt hier gewollt, das meiste sehr organisch. Bei allen Freiheiten wird aber nicht vergessen, noch Hardcore im eigentlichen Sinne zu fabrizieren. Ein oder zwei Worte müssen noch zum Sänger der Band, Dennis Lyxzen gesagt werden. Es ist sicherlich Geschmackssache, ob man die Art zu singen und seine Stimme an sich mag. Da leider Refused mit Lyxzen steht und fällt, kann einem Mißfallen an ihm wahrscheinlich das ganze Album verleiden, und das aufgrund der extremen Art und Weise zu "singen" wohl mehr als bei anderen Bands, die in ihrer Wirkung nicht so sehr von ihrem Gesang abhängig sind. Das nur als Vorwarnung, denn nachfolgend sollen kurz die wichtigsten Songs auf diesem Album besprochen werden.
Es gibt einige Gründe, dieses Album nicht zu mögen. Man verurteilt die politische Botschaft der Band, man mag Hardcore partout nicht, man mag Schreigesang nicht, man hört nur eine Musikrichtung und kommt ohne komplexe Songstrukturen nicht aus (oder das genaue Gegenteil).
Gibt man diesem Album jedoch eine Chance und lässt Vorurteile außen vor, kann (man muß nicht) sehr positiv überrascht werden und entdeckt vielleicht, daß es auch noch andere hörenswerte harte Musik gibt.
Wie bei allen Sachen, gilt aber natürlich: Über Geschmack lässt sich bekanntlich (nicht) streiten.
Was solang hier drin und noch keine Antwort bei so einem guten Review und einer so geilen Platte? Also geb ich mal meinen Senf dazu.^^ Diese Album ist schon ziemlich genial. Es verbindet so viele Stilrichtungen miteinander und wirkt trotzdem sehr schlüssig. Songs, wie "Refused Are Fucking Dead", oder der Überhit "New Noise" (wer erinnert sich nicht an ne Party, wo man voll auf den Song abgegangen ist?) zimmern sich direkt in den Hörgang.. Ich kann die Platte nur empfehlen...